- Ursachenforschung ist entscheidend: Bevor wir trockene Augen behandeln, müssen wir mittels moderner Diagnostik (z. B. IDRA) klären, ob ein Lipidmangel oder ein Wassermangel vorliegt. Auch Augenoperationen wie LASIK oder Katarakt-OPs können vorübergehende Trockenheitsbeschwerden verursachen.
- Alltaganpassungen helfen sofort: Die „20-20-20-Regel“, ausreichende Luftfeuchtigkeit und bewusstes Blinzeln sind erste Schritte, um leichte Beschwerden zu lindern.
- Stufentherapie: Die Behandlung reicht von einfachen Benetzungstropfen über medizinische Gele und entzündungshemmende Medikamente bis hin zu kleinen Eingriffen wie Punctum Plugs.
- Moderne Technologie: In unserer Praxis in Siegen setzen wir auf spezialisierte Lichttherapien (Eye-Light, IPL), um die Meibom-Drüsen zu reaktivieren und die Lipidphase des Tränenfilms nachhaltig zu stabilisieren.
- Ganzheitlicher Ansatz: Wir betrachten Ernährung und Lebensstil, um trockene Augen auch „von innen“ zu behandeln.
Viele meiner Patientinnen und Patienten kennen das Gefühl: Die Augen brennen, jucken oder fühlen sich an, als wäre Sand darin. Das trockene Auge (Sicca-Syndrom) ist längst zu einer Volkskrankheit geworden. In meiner Privatpraxis IRISIOvital in Siegen begegnet mir dieses Krankheitsbild täglich. Dabei ist es mir wichtig, nicht nur Symptome zu lindern, sondern die Ursachen zu verstehen und individuell zu behandeln.
Mein Name ist Dr. med. Christine Heun, erfahrene Augenärztin. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, welche Strategien wir nutzen, um trockene Augen effektiv zu behandeln – von bewährten Hausmitteln bis hin zu modernster Lichttechnologie.
Einführung in das Thema
Trockene Augen, auch als Sicca-Syndrom bekannt, zählen zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen in der augenärztlichen Praxis vorstellig werden. Die Ursache liegt meist in einer Störung des Tränenfilms, der die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend schützt und benetzt. Das Resultat sind unangenehme Beschwerden wie Brennen, Rötung, ein störendes Fremdkörpergefühl oder sogar Lichtempfindlichkeit. Die Auslöser für trockene Augen sind vielfältig: Neben Umweltfaktoren wie trockener Luft oder Staub können auch bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen oder chronische Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom eine Rolle spielen. Da unbehandelte trockene Augen das Risiko für Entzündungen und dauerhafte Schäden an der Augenoberfläche erhöhen, ist eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung besonders wichtig. Wer die Anzeichen rechtzeitig erkennt, kann mit der richtigen Therapie und Pflege viel für die eigene Augengesundheit tun.
Ursachen von Augenproblemen
Die Gründe für trockene Augen sind oft vielschichtig und reichen von inneren bis zu äußeren Einflüssen. Eine der häufigsten Ursachen ist eine gestörte Tränenproduktion durch die Tränendrüsen, wodurch die Augen nicht mehr ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden. Ebenso entscheidend ist die Funktion der Meibom-Drüsen, die eine schützende Fettschicht auf dem Tränenfilm bilden.
Ist diese Schicht gestört, verdunstet die Tränenflüssigkeit zu schnell und die Augenoberfläche trocknet aus. Auch äußere Faktoren wie trockene Luft, Klimaanlagen, langes Arbeiten am Bildschirm oder Rauch können die Augen zusätzlich reizen. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom die Entstehung des Sicca-Syndroms begünstigen. Oft liegt eine Kombination mehrerer Ursachen vor, weshalb eine individuelle Abklärung durch den Augenarzt sinnvoll ist.
Symptome und Diagnose
Trockene Augen machen sich durch eine Vielzahl von Symptomen bemerkbar, die von leichtem Unbehagen bis zu deutlichen Einschränkungen im Alltag reichen können. Typische Anzeichen sind ein brennendes Gefühl, Rötungen, Lichtempfindlichkeit, ein ständiges Fremdkörpergefühl oder sogar tränende Augen als paradoxe Reaktion auf die Trockenheit. Auch verschwommenes Sehen oder das Gefühl, die Augen nicht richtig öffnen zu können, sind häufige Beschwerden. Um die genaue Ursache und das Ausmaß der Trockenheit festzustellen, führt der Augenarzt verschiedene Untersuchungen durch. Dazu zählen Tests zur Messung der Tränenproduktion, wie der Schirmer-Test, sowie spezielle Verfahren zur Beurteilung der Stabilität und Qualität des Tränenfilms. Eine präzise Diagnose ist entscheidend, um die passende Therapie für Ihre Augen zu finden und langfristige Schäden zu vermeiden.
Wie kann man leichte Formen des trockenen Auges im Alltag selbst behandeln?
Der erste Schritt zur Linderung leichter Beschwerden ist oft eine Anpassung der eigenen Sehgewohnheiten und des Umfelds, um Risikofaktoren zu minimieren. Wer unter leichten Rötungen oder einem Fremdkörpergefühl leidet, kann durch gezieltes „Augen-Fitness“ und eine Verbesserung des Raumklimas oft schon eine deutliche Besserung erzielen.
In unserer modernen Welt verlangen wir unseren Augen Höchstleistungen ab. Die Arbeit am PC führt dazu, dass wir seltener blinzeln – die sogenannte Lidschlagfrequenz sinkt dramatisch. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr regelmäßig über das Auge verteilt und reißt auf. Dieses Phänomen wird auch als Office Eye Syndrom bezeichnet und beschreibt trockene Augen, die durch langes Starren auf Bildschirme entstehen. Hier empfehle ich meinen Patienten in Siegen gerne die 20-20-20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt, das mindestens 20 Fuß (ca. 6 Meter) entfernt ist. Dies entspannt den Augenmuskel und regt den Lidschlag an.
Ein weiterer Faktor ist die Umgebungsluft. Heizungsluft im Winter oder Klimaanlagen im Sommer sowie Kaminöfen trocknen die Raumluft und damit unsere Schleimhäute aus. Achten Sie auf regelmäßiges Stoßlüften und nutzen Sie gegebenenfalls Luftbefeuchter. Vermeiden Sie zudem Zigarettenrauch und direkte Zugluft, etwa im Auto. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell: Wer zu wenig trinkt, produziert weniger Tränenflüssigkeit. Reduzieren Sie außerdem den Kontakt mit potenziellen Allergieauslösern wie Haustieren oder Hausstaub, um das Risiko für Milbenbefall und allergische Reaktionen zu minimieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Bewusste Pausen bei der Bildschirmarbeit und ein augenfreundliches Raumklima bilden die Basis jeder Therapie. Ergänzend empfiehlt sich eine regelmäßige Augenpflege, zum Beispiel durch warme Kompressen oder spezielle Augenmasken, um die Gesundheit der Augenlider zu unterstützen.
Sofortmaßnahmen bei trockenen Augen
Diese einfachen Schritte können Sie sofort im Alltag umsetzen, um leichte Beschwerden wie Brennen, Trockenheitsgefühl oder ein Fremdkörpergefühl zu lindern.
Tipp: Wählen Sie 2–3 Maßnahmen, die Sie direkt heute ausprobieren.
Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in ca. 6 Metern Entfernung schauen, um Augenmuskeln und Tränenfilm zu entlasten.
Gerade bei Bildschirmarbeit auf regelmäßiges Blinzeln achten, damit der Tränenfilm gleichmäßig verteilt bleibt.
Heizungsluft, Klimaanlagen und Kaminöfen trocknen die Augen aus – Luftbefeuchter oder Wasserschalen können helfen.
Mehrmals täglich für wenige Minuten lüften, um die Raumluft frisch zu halten und Reizstoffe zu reduzieren.
1–2 Mal täglich warme Kompressen auf die Lider legen, um die Funktion der Meibom-Drüsen zu unterstützen.
2–3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag fördern die Bildung von Tränenflüssigkeit.
Bildschirm leicht unter Augenhöhe, ausreichender Abstand und blendfreie Beleuchtung reduzieren die Belastung.
Zigarettenrauch, Gebläse im Auto oder direkte Zugluft können die Augen zusätzlich reizen.
Vorbeugung und Pflege: Was Sie selbst tun können
Um trockene Augen vorzubeugen oder bestehende Beschwerden zu lindern, können Sie selbst einiges tun. Die regelmäßige Anwendung von Augentropfen oder Tränenersatzmitteln hilft, den Tränenfilm zu stabilisieren und die Augenoberfläche optimal zu benetzen. Achten Sie darauf, Umwelteinflüsse wie trockene Heizungsluft, Klimaanlagen oder Rauch zu meiden, und sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, unterstützt die Augengesundheit von innen heraus. Auch regelmäßige Bewegung und bewusste Pausen bei der Bildschirmarbeit tragen dazu bei, die Augen zu entlasten. Nicht zuletzt empfiehlt es sich, die Augen regelmäßig von einem Augenarzt kontrollieren zu lassen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. So können Sie das Risiko für trockene Augen deutlich senken und Ihre Augengesundheit langfristig erhalten.
Welche Rolle spielen Augentropfen und Tränenersatzmittel bei der Behandlung?
Augentropfen, auch künstliche Tränen genannt, sind das Mittel der Wahl, um den Tränenfilm zu stabilisieren und die Augenoberfläche zu befeuchten. Ein zentrales Ziel der Behandlung ist die ausreichende Benetzung der Augenoberfläche, die durch spezielle Tests wie den Schirmer-Test gemessen werden kann. Je nach Schweregrad und Ursache der Trockenheit kommen unterschiedliche Präparate zum Einsatz, wobei wir zwischen reiner Befeuchtung und lipidhaltigen Tropfen unterscheiden müssen.
Bei leichten Formen des trockenen Auges greifen wir oft zu dünnflüssigen Tränenersatzmitteln. Diese enthalten häufig Hyaluronsäure, die Wasser sehr gut binden kann und lange auf der Augenoberfläche verbleibt. Wichtig ist hierbei, auf konservierungsmittelfreie Produkte zu achten, da Konservierungsstoffe das Auge bei langfristiger Anwendung zusätzlich reizen können.
Viele Menschen leiden jedoch nicht an einem Mangel an Wasser, sondern an einer zu hohen Verdunstung des Tränenfilms (hyperevaporatives trockenes Auge). Hier ist die äußere Fettschicht (Lipidschicht) gestört. In diesen Fällen helfen reine Feuchtigkeitstropfen nur kurzfristig. Wir müssen stattdessen lipidhaltige Tränenersatzmittel oder Liposomen-Sprays verwenden, um die Verdunstungsbarriere wiederherzustellen. In meiner Praxis analysieren wir deshalb genau, welche Komponente Ihrem Tränenfilm fehlt.
Die Wahl des richtigen Tropfens ist keine Glückssache, sondern basiert auf der genauen Analyse, ob Ihrem Auge Wasser oder Fette fehlen. Ebenso spielt die Zusammensetzung des Tränenfilms und der verwendeten Präparate eine entscheidende Rolle, da eine gestörte Zusammensetzung häufig die Ursache für trockene Augen ist.
Was tun, wenn Tropfen nicht mehr ausreichen (mittelschwere bis schwere Stadien)?
Wenn herkömmliche Tränenersatzmittel keine ausreichende Linderung mehr verschaffen, müssen wir die Therapie intensivieren und oft auch medikamentös gegensteuern. Bleibt ein schweres trockenes Auge unbehandelt, kann dies zur Folge haben, dass es zu Sehverschlechterung, chronischen Entzündungen oder dauerhaften Schäden an Hornhaut und Bindehaut kommt.
Bei fortgeschrittenen Befunden kommen hochvisköse Gele, Salben zur Nacht und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, um den Teufelskreis der Reizung zu durchbrechen.
Ein fortgeschrittenes trockenes Auge schränkt den Alltag massiv ein. Hier reicht es oft nicht mehr, nur tagsüber zu tropfen. Zur Nacht empfehlen wir den Einsatz von Gelen oder Salben. Diese haben eine längere Verweildauer auf dem Auge und verhindern, dass die Lider während des Schlafs verkleben oder die Hornhaut austrocknet. Da sie die Sicht vorübergehend verschleiern, sind sie ideal für die Anwendung vor dem Schlafengehen.
Häufig geht ein schweres trockenes Auge mit einer chronischen Entzündung der Augenoberfläche einher. Diese Entzündung destabilisiert den Tränenfilm weiter – ein klassischer Teufelskreis. Dabei können nicht nur die Hornhaut, sondern auch die Bindehaut gereizt oder entzündet sein. Um diesen zu durchbrechen, setzen wir kurzzeitig und kontrolliert niedrig dosierte Steroide (Kortison) ein. Auch Augentropfen mit dem Wirkstoff Ciclosporin können helfen, die entzündlichen Prozesse langfristig zu regulieren und die Tränenproduktion wieder anzuregen. Diese Therapien gehören jedoch zwingend in fachärztliche Hände und werden bei uns in Siegen engmaschig überwacht.
Medikamentöse Ansätze wie entzündungshemmende Tropfen oder Nachtgele sind notwendig, wenn die Augenoberfläche chronisch gereizt ist.
Wie funktioniert die moderne Behandlung mit Eye-Light und IPL?
Für Patienten, bei denen eine Störung der Meibomdrüsen (Lipidmangel) vorliegt, bieten wir innovative Lichttherapien an, die direkt an der Ursache ansetzen. Die Lichttherapie gilt als moderne, schonende Methode zur Behandlung von trockenen Augen und Lidrandentzündungen, da sie gezielt die Funktion der Lidranddrüsen und die Entzündungsprozesse im Lidbereich verbessert. Technologien wie IPL (Intense Pulsed Light) und LLLT (Low-Level Light Therapy) erwärmen und stimulieren die verstopften Drüsen, um den natürlichen Ölfluss wiederherzustellen.
Ein Großteil der trockenen Augen wird durch eine Meibomdrüsen-Dysfunktion (MGD) verursacht. Diese Lidranddrüsen sitzen in den Lidrändern und produzieren den Lipidanteil des Tränenfilms, der verhindert, dass unsere Tränen verdunsten. Sind diese Drüsen verstopft oder der Inhalt zu fest, reißt der Tränenfilm auf.
In unserer Praxis nutzen wir das Eye-Light System. Zunächst führen wir eine genaue Diagnostik mit dem IDRA-System durch, um den Zustand der Drüsen und des Tränenfilms objektiv zu messen. Die Therapie selbst kombiniert zwei Ansätze:
- OPE/IPL (Intense Pulsed Light): Hierbei werden Lichtimpulse auf den Wangenbereich (nicht direkt ins Auge) abgegeben. Dies regt die Nerven an, reduziert Entzündungen und verbessert die Durchblutung der Drüsen.
- LLLT (Low-Level Light Therapy): Eine spezielle Maske gibt sanftes Infrarotlicht ab, welches die Lider von innen erwärmt. Das verhärtete Sekret in den Drüsen verflüssigt sich, sodass der Inhalt der Drüsen leichter abfließen kann.
Im Anschluss an diese Erwärmung führe ich oft eine manuelle Lidrandmassage durch, um das verflüssigte, alte Sekret auszudrücken. So können die Drüsen wieder frisches, klares Lipid produzieren. Diese Behandlung ist schmerzarm und behandelt – anders als Tropfen – nicht nur das Symptom, sondern reaktiviert die Funktion der Augenlider.
Durch die Kombination von Lichtimpulsen und Wärme können wir verstopfte Meibomdrüsen effektiv reaktivieren und die Lipidphase nachhaltig verbessern.
Hinweis: Die IPL-Behandlung ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bitte informieren Sie sich vorab über die Kosten und mögliche Erstattungen.
Wann sind Punctum Plugs eine sinnvolle Option?
Bei Patienten, die unter einem echten Wassermangel leiden, können wir den Abfluss der Tränenflüssigkeit mechanisch blockieren.
Punctum Plugs sind winzige Stöpsel, die in die Tränenpünktchen eingesetzt werden, um die vorhandene Tränenflüssigkeit länger auf dem Auge zu halten.
Nicht immer ist die Verdunstung das Problem. Bei manchen Menschen produzieren die Tränendrüsen schlicht zu wenig Flüssigkeit. Dies sehen wir häufig bei rheumatischen Erkrankungen oder dem Sjögren-Syndrom. Stellen Sie sich das Auge wie ein Waschbecken vor: Wenn der Wasserhahn (Tränendrüse) nur tropft, müssen wir den Abfluss schließen, damit das Becken voll bleibt.
Genau das tun Punctum Plugs. Diese mikroskopisch kleinen Stöpsel aus Silikon oder Kollagen werden völlig schmerzfrei in die Tränenkanäle im Lidwinkel eingesetzt. Sie verschließen den Abflussweg in die Nase. Der Effekt: Die wenige Tränenflüssigkeit, die Sie produzieren (oder die wir durch Tropfen zuführen), verbleibt viel länger auf der Augenoberfläche und kann dort ihre befeuchtende Wirkung entfalten. Es ist ein kleiner, reversibler Eingriff mit oft großer Wirkung für die Lebensqualität.
Der Verschluss der Tränenkanäle ist eine effektive Methode, um bei geringer Tränenproduktion das kostbare Tränenvolumen im Auge zu bewahren.
Kann man trockene Augen von innen behandeln?
Die Gesundheit unserer Augen ist untrennbar mit dem Gesamtzustand unseres Körpers und unserer Ernährung verbunden.
Eine ausgewogene Ernährung, insbesondere die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, und ausreichendes Trinken können die Qualität des Tränenfilms maßgeblich verbessern. Die wässrige Schicht des Tränenfilms enthält wichtige Nährstoffe, die die Augengesundheit unterstützen und vor Infektionen schützen.
Wenn Patienten fragen: „Kann man trockene Augen natürlich behandeln?“, antworte ich oft: Ja, indem Sie Ihren Körper unterstützen. Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung haben und die Qualität des Sekrets der Meibom-Drüsen verbessern können. Diese finden sich in fettem Seefisch (Lachs, Makrele), aber auch in Leinsamenöl oder Walnüssen. Auch Nahrungsergänzungsmittel können hier sinnvoll sein – dazu berate ich Sie in meiner Praxis in Siegen gerne individuell.
Ebenso wichtig ist der allgemeine Flüssigkeitshaushalt. Unser Körper priorisiert lebenswichtige Organe. Trinken wir zu wenig, wird die Produktion von Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Tränen reduziert. 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee am Tag sind daher eine Basismaßnahme für jedes Sicca-Therapiekonzept.
Eine omega-3-reiche Ernährung und gute Hydratation unterstützen die Tränenproduktion und die Ölqualität von innen heraus. Mit steigendem Alter können hormonelle Veränderungen, wie eine abnehmende Produktion von Testosteron und Östrogen, die Funktion der Meibom-Drüsen und die Tränenfilmproduktion zusätzlich beeinträchtigen.
Individuelle Therapie für mehr Lebensqualität
Trockene Augen sind komplex und vielfältig. Es gibt nicht „das eine“ Mittel, das jedem hilft. In meiner Praxis IRISIOvital in Siegen nehmen wir uns die Zeit für eine gründliche Anamnese und Diagnostik. Besonders wichtig ist dabei die Schutzfunktion des Tränenfilms, da eine intakte Schutzfunktion entscheidend für die Gesundheit und Nährstoffversorgung der Augenoberfläche ist. Ob einfache Lifestyle-Anpassungen, medikamentöse Therapie oder High-Tech-Lichtbehandlung wie Eye-Light – wir finden gemeinsam den Weg, der für Ihre Augen am besten ist.
Augenheilkunde ist Vertrauenssache. Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie das Gefühl haben, dass herkömmliche Mittel bei Ihnen nicht mehr wirken.
Ihre Augen verdienen die richtige Behandlung.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass herkömmliche Maßnahmen nicht mehr ausreichen oder Sie eine gezielte Diagnose Ihrer trockenen Augen wünschen, stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Seite.
Vereinbaren Sie einen Termin für eine ausführliche Untersuchung und individuelle Therapieempfehlung in unserer Praxis in Siegen.
Praxis IRISIOvital
Dr. med. Christine Heun
Europastraße 13, 57072 Siegen
Telefon: 0271 31 30 77 17
Häufige Fragen (FAQs) zum Thema „Trockene Augen behandeln“
Wie kann man trockene Augen ohne Tropfen behandeln?
Neben der Anpassung des Lebensstils (Bildschirmpausen, Luftfeuchtigkeit) sind physikalische Therapien sehr effektiv. Dazu gehören warme Kompressen und Lidrandmassagen, um die Drüsen zu aktivieren. In unserer Praxis nutzen wir zudem die Eye-Light-Therapie (IPL/LLLT), um die Meibom-Drüsen ohne tägliche Tropfengabe langfristig zu stimulieren. Es gibt verschiedene Formen des trockenen Auges, wie das Sicca-Syndrom oder die Meibomdrüsen-Dysfunktion, die jeweils unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern.
Warum tränen meine Augen, obwohl sie trocken sind?
Das klingt paradox, ist aber ein typisches Symptom. Wenn der Tränenfilm von schlechter Qualität ist (z. B. zu wenig Fett enthält), reißt er schnell auf. Das Auge registriert diese Trockenheit als Reizung und gibt dem Gehirn das Signal: „Wasser marsch!“. Die Tränendrüse produziert dann reflexartig viel wässrige Flüssigkeit. Da dieser aber das Fett fehlt, haftet sie nicht und läuft einfach über die Wange, ohne das Auge nachhaltig zu befeuchten. Ein häufiger Grund für dieses Problem ist eine Störung der Meibom-Drüsen oder eine andere Ursache, die den Tränenfilm beeinträchtigt.
Sind trockene Augen heilbar?
Das trockene Auge ist oft eine chronische Erkrankung, vergleichbar mit Diabetes oder Bluthochdruck. Eine vollständige „Heilung“ im Sinne von „es kommt nie wieder“ ist selten möglich. Aber: Mit der richtigen, individuellen Therapie können wir die Symptome so weit reduzieren, dass Sie im Alltag beschwerdefrei sind und Folgeschäden an der Hornhaut vermeiden. Es geht um ein langfristiges Management der Augengesundheit. Kontaktlinsen können das Risiko für trockene Augen erhöhen, daher sollten Kontaktlinsenträger auf spezielle Pflegehinweise achten und bei Beschwerden Rücksprache mit dem Augenarzt halten.
Was bringt eine professionelle Lidrandreinigung?
Bei einer Lidrandentzündung (Blepharitis) oder verstopften Drüsen sammeln sich Bakterien und Krusten am Wimpernkranz. Eine professionelle Reinigung entfernt diesen Biofilm, reduziert die Bakterienlast und hilft, die Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen wieder freizulegen. Dies ist oft die Voraussetzung dafür, dass andere Therapien überhaupt wirken können.