Gerstenkorn am Auge » Ursachen, Symptome und die richtige Behandlung

Zuletzt aktualisiert am 20. Februar 2026
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Das Wichtigste in Kürze

Ein plötzliches Druckgefühl am Lid, gefolgt von einer Rötung und Schwellung – viele von uns kennen das unangenehme Gefühl, wenn sich ein Gerstenkorn ankündigt. In meiner Privatpraxis IRISIOvital in Siegen begegnet uns dieses Krankheitsbild häufig. Es ist zwar meist harmlos, aber oft sehr schmerzhaft und kosmetisch störend. Getreu meinem Motto „Augenmedizin ist Vertrauenssache“ möchte ich Sie hier umfassend über dieses Thema aufklären, damit Sie wissen, was zu tun ist und wann ein Besuch bei uns ratsam ist.

Was ist ein Gerstenkorn (Hordeolum) genau?

Ein Gerstenkorn, medizinisch als Hordeolum bezeichnet, ist eine akute, meist eitrige Entzündung der Drüsen im Bereich des Augenlids.

Diese Entzündung betrifft entweder die Drüsen direkt an den Wimpern (Zeis- oder Moll-Drüsen, sogenanntes äußeres Gerstenkorn) oder die tiefer liegenden Meibom-Drüsen im Inneren des Lids (inneres Gerstenkorn). Die Entzündung kann sowohl die Talgdrüsen (z.B. Zeis-Drüsen) als auch die Schweißdrüsen (Moll-Drüsen) betreffen, wobei Talg und Schweiß eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielen. Das äußere Gerstenkorn tritt meist an der Kante oder am Rand des Augenlids auf, während das innere Gerstenkorn an der Innenseite bzw. an der Innenseite des Augenlids lokalisiert ist. In den meisten Fällen handelt es sich um eine bakterielle Infektion, bei der sich Eiter ansammelt, ähnlich wie bei einem Pickel auf der Haut, nur eben an der sehr empfindlichen Augenpartie. Anatomisch gesehen sind die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft, wodurch sich das Sekret staut und Bakterien einen idealen Nährboden finden. Eine Entzündung am Augenlid kann zu verschiedenen Lidveränderungen führen, wie Schwellung, Rötung oder auch Reizung der Bindehaut. Bei ausgeprägter Entzündung kann auch die Bindehaut mitbetroffen sein. In unserer Praxis in Siegen schauen wir uns das ganz genau an – oft schon mit bloßem Auge erkennbar, aber für die Detaildiagnose nutzen wir die Spaltlampe. Hierbei können wir genau differenzieren, welche Strukturen betroffen sind und wie weit die Entzündung fortgeschritten ist. Wichtig zu wissen ist, dass ein Gerstenkorn prinzipiell jeden treffen kann, aber bestimmte Faktoren die Entstehung begünstigen.

Bei einem Gerstenkorn handelt es sich um eine schmerzhafte, bakterielle Infektion der Lid- oder Wimperndrüsen, die durch Eiterbildung und Schwellung gekennzeichnet ist.

Welche Symptome deuten auf ein Gerstenkorn hin?

Die klassischen Symptome eines Gerstenkorns sind eine schmerzhafte Schwellung am Lidrand, die sich rasch entwickelt und oft ein Spannungsgefühl verursacht.

Patienten berichten mir häufig von einem initialen Druckgefühl oder Juckreizen, bevor das Lid deutlich anschwillt. Dieses Druckgefühl ist typisch für die Erkrankung. Im Gegensatz zu anderen Liderkrankungen ist das Hordeolum akut schmerzhaft, der Bereich ist berührungsempfindlich und pocht oft. Die Schwellung am Lid kann als Knubbel tastbar sein. Im weiteren Verlauf bildet sich häufig ein gelbliches Eiterköpfchen, das entweder nach außen (bei Entzündung der Wimpernfollikel) oder nach innen (bei den Meibom-Drüsen) gerichtet ist. Die Entzündung am Augenlid ist für die Beschwerden verantwortlich. Das Lid kann so stark anschwellen, dass das Auge kleiner wirkt. Zudem kann es zu vermehrtem Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit kommen. Die Bindehaut kann gereizt sein, und in manchen Fällen tritt eine Bindehautentzündung als Begleiterscheinung auf. Das Sekret ist, wenn es austritt, eitrig. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen. Zwar heilen viele Gerstenkörner von selbst ab, doch die Schmerzen können die Lebensqualität kurzfristig stark einschränken. In seltenen Fällen fühlen sich Patienten auch allgemein krank oder haben leichtes Fieber, wenn die Entzündung sehr ausgeprägt ist.

Ein Gerstenkorn erkennen Sie primär an der Kombination aus lokaler Rötung, deutlicher Schwellung und einem akuten Druckschmerz, oft begleitet von sichtbarer Eiterbildung. Der natürliche Heilungsprozess eines Gerstenkorns verläuft meist innerhalb weniger Tage bis Wochen, wobei die Beschwerden nachlassen, sobald das Eiterköpfchen abheilt.

✓ Kurz-Check: Typische Anzeichen eines Gerstenkorns
  • Schmerzhafte, rasch zunehmende Schwellung am Lidrand
  • Druckgefühl oder Juckreiz zu Beginn
  • Berührungsempfindlichkeit und pochender Schmerz
  • Tastbarer Knubbel am Lid
  • Sichtbares, gelbliches Eiterköpfchen
  • Vermehrter Tränenfluss oder Lichtempfindlichkeit
  • Eventuell gereizte Bindehaut
  • Selten: leichtes Fieber bei starker Entzündung

Die Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache für ein Gerstenkorn ist fast immer eine bakterielle Infektion, meist ausgelöst durch Staphylokokken, die auf unserer Haut vorkommen. Meist betrifft die Infektion die Talgdrüsen und Schweißdrüsen am Lidrand, wobei Talg und Schweiß eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielen.

Diese Bakterien gelangen in die Drüsen am Lidrand und vermehren sich dort. Doch warum passiert das bei dem einen Menschen und bei dem anderen nicht? Es gibt bestimmte Risikogruppen und Vorerkrankungen, die die Entstehung begünstigen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit Diabetes mellitus, da hier die Infektionsabwehr oft herabgesetzt ist. Auch Hauterkrankungen wie Akne oder Rosazea können das Risiko erhöhen, da die Talgproduktion und die Hautbeschaffenheit verändert sind. Ein weiterer Faktor ist schlichtweg die Hygiene: Häufiges Reiben der Augen mit ungewaschenen Händen kann Keime in die feinen Drüsenkanäle massieren. Auch Stress oder ein allgemein geschwächtes Immunsystem spielen eine Rolle. In meiner Sprechstunde bei IRISIOvital achte ich daher nicht nur auf das Auge selbst, sondern betrachte Sie ganzheitlich, denn oft ist das Auge ein Spiegel der allgemeinen Gesundheit.

Verursacht wird das Gerstenkorn durch Bakterien, wobei Risikofaktoren wie Diabetes, Akne, mangelnde Hygiene oder ein geschwächtes Immunsystem die Infektion begünstigen können. Eine gute Hygiene und gezielte Vorbeugung sind entscheidend, um die Entstehung von Gerstenkörnern zu verhindern.

Ansteckungsgefahr: Ist ein Gerstenkorn übertragbar?

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) am Augenlid entsteht durch eine Infektion mit Bakterien, meist Staphylokokken wie Staphylococcus aureus. Diese Bakterien sind auf der Haut vieler Menschen ganz natürlich vorhanden, können aber bei einer kleinen Verletzung oder Verstopfung der Drüsen am Lidrand eine Entzündung auslösen. Doch wie sieht es mit der Ansteckungsgefahr aus?

Grundsätzlich ist ein Gerstenkorn ansteckend, solange die Bakterien am Auge, auf der Haut oder auf Gegenständen wie Handtüchern, Waschlappen oder Kosmetikartikeln vorhanden sind. Die Übertragung erfolgt meist indirekt: Wer sich mit ungewaschenen Händen am Auge reibt oder Kontaktlinsen einsetzt, kann die Bakterien leicht von einer Stelle zur anderen transportieren. Auch das Teilen von Augen-Make-up, Mascara oder Kajalstiften erhöht das Risiko, dass die Erreger von einer Person zur nächsten gelangen.

Um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern, ist eine sorgfältige Hygiene entscheidend. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, besonders bevor Sie das Auge berühren oder Kontaktlinsen einsetzen. Verwenden Sie während der akuten Phase keine Kontaktlinsen und verzichten Sie auf Augen-Make-up, um die Drüsen nicht zusätzlich zu verstopfen und keine Bakterien zu verschleppen. Teilen Sie weder Handtücher noch Kosmetikartikel mit anderen Menschen, solange die Entzündung besteht.

Mit Beginn einer gezielten Behandlung: Zum Beispiel durch antibiotische Augensalben oder Tropfen, wie sie der Augenarzt oder die Augenärztin verschreibt, sinkt die Ansteckungsgefahr in der Regel rasch. Dennoch sollten Sie die Therapie konsequent zu Ende führen und weiterhin auf Hygiene achten, bis das Gerstenkorn vollständig abgeheilt ist.

Ein Gerstenkorn ist zwar nicht hochansteckend, aber durch einfache Maßnahmen wie Händewaschen, Verzicht auf gemeinsames Make-up und sorgfältige Behandlung lässt sich das Risiko einer Übertragung auf andere Menschen oder das andere Auge deutlich verringern. Bei Unsicherheiten oder wiederkehrenden Infektionen empfiehlt sich immer der Gang zum Augenarzt oder zur Augenärztin, um die beste Therapie und Beratung zu erhalten.

Behandlung eines Gerstenkorns

Die Therapie zielt darauf ab, die Entzündung einzudämmen und die Reifung sowie Entleerung des Eiters durch Wärme und antibiotische Medikamente zu beschleunigen.

Wenn Sie zu uns in die Praxis kommen, verschreiben wir in der Regel antibiotische Augentropfen (für den Tag) und Augensalben (für die Nacht). Diese verhindern, dass sich die Bakterien weiter ausbreiten.

Ein sehr effektives Hausmittel, das wir begleitend empfehlen, ist trockene Wärme, zum Beispiel durch Rotlicht. 

Zusätzlich haben sich auch warme Kompressen bewährt: Das Auflegen eines warmen, feuchten Tuchs auf das geschlossene Auge fördert die Durchblutung und unterstützt die Heilung. Die Wärme verflüssigt das Sekret in den Drüsen und fördert die Durchblutung, sodass sich das Gerstenkorn schneller öffnet und abheilt. 

Ganz wichtig ist eine Warnung, die ich nicht oft genug aussprechen kann: Bitte drücken Sie niemals selbst an dem Gerstenkorn herum! Durch das Quetschen können die Bakterien in das umliegende Gewebe oder sogar in die Blutbahn gelangen, was zu gefährlichen Komplikationen wie einer Phlegmone (eine flächige Entzündung des Weichgewebes) oder einem Abszess führen kann. In seltenen Fällen kann sich die Infektion auch auf die Augenhöhle ausbreiten, was eine ernsthafte Komplikation darstellt. Sollte sich die Entzündung bereits stark ausgebreitet haben (Lidabszess), kann in seltenen Fällen auch die Einnahme von Antibiotika in Tablettenform (systemische Antibiose) notwendig sein.

Ein Gerstenkorn wird effektiv mit antibiotischen Salben und Rotlicht behandelt, wobei mechanisches Ausdrücken unbedingt vermieden werden muss, um schwerwiegende Infektionsausbreitungen zu verhindern. Die genannten Maßnahmen unterstützen den Heilungsprozess und fördern eine rasche Genesung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gerstenkorn und einem Hagelkorn?

Gerstenkorn und Hagelkorn werden häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Augenerkrankungen mit verschiedenen Ursachen und Symptomen sind: Während das Gerstenkorn eine schmerzhafte akute Infektion ist, handelt es sich beim Hagelkorn (Chalazion) um eine meist schmerzlose, chronische Entzündung.

Viele Patienten verwechseln diese beiden Begriffe. Ein Hagelkorn entsteht oft aus einem nicht vollständig ausgeheilten Gerstenkorn oder durch einen chronischen Sekretstau in den Meibom-Drüsen. Es bildet sich ein Granulom: ein festes, abgekapseltes Knötchen, Knubbel, das sich unter der Haut verschieben lässt. Es ist in der Regel nicht rot und tut nicht weh, es sei denn, es entzündet sich zusätzlich (Superinfektion). Aus rein medizinischer Sicht ist das Hagelkorn oft eher ein kosmetisches Problem oder stört mechanisch beim Lidschlag. Da es von einer Kapsel umgeben ist, bilden sich Hagelkörner seltener von alleine zurück als Gerstenkörner. Wenn konservative Maßnahmen (Wärme, Lidrandmassage) nicht helfen, können wir das Hagelkorn in einem kleinen operativen Eingriff entfernen. Das ist ein Routineeingriff. Die Unterscheidung ist wichtig, da die Therapieansätze verschieden sind.

Kurz gesagt: Das Gerstenkorn ist eine schmerzhafte, eitrige Infektion, während das Hagelkorn eine schmerzfreie, chronische Verkapselung im Lidgewebe darstellt. Beide können zu unterschiedlichen Lidveränderungen führen, die sich in Schwellung, Rötung oder Entzündung äußern können.

Wann sollten Sie zu uns nach Siegen kommen?

Auch wenn ein Gerstenkorn oft harmlos beginnt, ist ein Besuch beim Augenarzt ratsam, wenn die Schwellung sehr stark ist, das Auge zufällt, Fieber auftritt oder die Beschwerden nach 2–3 Tagen nicht besser werden. In unserer Praxis IRISIOvital in Siegen stehen wir Ihnen mit moderner Diagnostik zur Seite, um Komplikationen auszuschließen und die passende Therapie einzuleiten.

Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Dennoch ersetzt er keine persönliche Untersuchung. In unserer Praxis nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Diagnostik und erklären Ihnen jeden Befund verständlich und nachvollziehbar. Mit modernen, schmerzfreien Verfahren – abgestimmt auf Ihr individuelles Risiko – sorgen wir dafür, dass Sie schnell wieder beschwingt und schmerzfrei sehen können.

Sie haben Fragen oder habenden Verdacht auf ein Gerstenkorn oder Hagelkorn?

Vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine umfassende Untersuchung und persönliche Beratung in unserer Praxis in Siegen. Wir sind für Sie da.

Praxis IRISIOvital
Dr. med. Christine Heun
Europastraße 13, 57072 Siegen
Telefon: 0271 31 30 77 17

FAQ: Häufige Fragen zum Gerstenkorn

Ist ein Gerstenkorn ansteckend?

Ja, da es durch Bakterien verursacht wird, ist es prinzipiell ansteckend. Sie sollten Handtücher und Waschlappen nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen und sich regelmäßig die Hände waschen, um eine Schmierinfektion zu vermeiden.

Helfen Hausmittel wie Teebeutel?

Wir empfehlen eher trockene Wärme (Rotlicht). Feuchte Umschläge (wie Kamillenteebeutel) können die Haut aufweichen und Bakterien verschleppen. Zudem können Partikel im Tee das Auge zusätzlich reizen oder Allergien auslösen.

Darf ich Kontaktlinsen tragen oder mich schminken?

Während der akuten Entzündung sollten Sie auf Kontaktlinsen und Augen-Make-up verzichten. Kontaktlinsen können Bakterien speichern, und Schminke kann die Drüsen weiter verstopfen.

Wie lange dauert die Heilung?

Heilt ein Gerstenkorn? Ja, in den meisten Fällen heilt ein Gerstenkorn von selbst, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. In der Regel öffnet sich das Gerstenkorn nach einigen Tagen von selbst und heilt dann innerhalb von etwa einer Woche ab. Mit entsprechender Behandlung (Salben, Wärme) lässt sich der Heilungsprozess oft beschleunigen, da Wärme und antibakterielle Maßnahmen die Entzündung am Augenlid unterstützen.

Was passiert, wenn es nicht weggeht?

Wenn sich das Gerstenkorn nicht öffnet, kann es sich verkapseln und zu einem Hagelkorn werden. Typische Symptome sind eine Schwellung am Lid, ein schmerzhafter Knubbel am Rand oder an der Kante des Augenlids, aber auch an der Innenseite oder der Innenseite des Augenlids. Je nach Lokalisation können verschiedene Lidveränderungen auftreten. In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf das umliegende Gewebe ausbreiten (Lidphlegmone), was dringend ärztlich behandelt werden muss.

Welche Komplikationen können auftreten?

In seltenen Fällen kann sich die Entzündung am Augenlid auf andere Strukturen ausbreiten. Auch die Bindehaut kann betroffen sein, sodass eine Bindehautentzündung als Komplikation auftreten kann, die ärztlich behandelt werden sollte.

Bild von Dr. med. Christine Heun
Dr. med. Christine Heun

Fachärztin für Augenheilkunde

Dr. med. Christine Heun ist Fachärztin für Augenheilkunde und leitet die Praxis IRISIOvital in Siegen, wo sie moderne Augenmedizin mit ganzheitlicher, empathischer Betreuung verbindet.
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